Mein Gastbeitrag in einem anderen Blog

29 09 2008

Heute ist ein Gastbeitrag von mir in einem anderen Blog erschienen. Der Titel: Ehekrisen: Lassen sie sich vorbeugen?.

Wie versprochen werde ich Sie bei weiteren Veröffentlichungen am Laufenden halten – es sind noch einige Artikel geplant.

Weitere Artikel finden Sie in: Cafe-Inmeinerstrasse.





Die Katze im Sack? Paarberatung – Was bringt das?

25 09 2008

Paare empfinden beim „Kauf“ von Paarberatungen ein hohes Kaufrisiko. Viele Fragen bleiben offen:

1. Ist der Berater wirklich fit in seiner Sache? – Mit anderen Worten: Ist er kompetent?
2. Passt es menschlich? Werden wir uns „riechen“ können?
3. Inwieweit kann ich abschätzen, ob die Sitzungen uns tatsächlich Nutzen bringen werden?
4. Wird die Beratung erfolgreich sein?

Sie haben stets das Gefühl die Katze im Sack kaufen zu müssen. Doch das muss nicht sein.

Natürlich ist es ein Unterschied, ob Paare ein Produkt „Auto“ kaufen oder ein Produkt „Beratung“ (Dienstleistungen sind Produkte!). Ein Auto ist sichtbar. Ich kann es anfassen. Es gibt Daten zur PS-Leistung und zum eventuellen Verbrauch. Gleichzeitig kann ich eine Probefahrt damit machen. Dagegen die Beratung, die ganz anders ausfällt. Sie ist nicht sichtbar. Ich kann es nicht anfassen. Messbare Daten? Fehlanzeige.

Trotzdem haben Paare die Chance ein gutes Produkt Beratung zu bekommen. Nur wie? Hier ein paar Hilfestellungen:

  1. Bestehen Sie auf ein kostenloses Erstgespräch (Orientierungsgespräch)
  2. Fragen Sie konkret nach, wie der Berater mit Ihnen arbeiten will
  3. Werden Sie stutzig, wenn der Berater Ihnen sehr hohe Erfolgsaussichten verspricht – oder überhaupt etwas verspricht

Das Erstgespräch dient zum Kennenlernen. Sie lernen den Berater kennen, und der Berater lernt Sie kennen. Dadurch erhalten beide Seiten die Chance abzuwägen, ob die „Chemie“ stimmt und ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Gleichzeitig ist das die Zeit, in der der Berater Ihnen seine Arbeitsweise erklären soll. Was hat er mit Ihnen vor? Wird er mit Ihnen ringen? Wird er mit Ihnen gehen und die Zügel halten (z.B. als Moderator)? Und ebenfalls sehr wichtig: Werden Sie Hausaufgaben bekommen? Durch diese Fragen bekommen Sie schon mal den ersten Eindruck. Wird das Produkt Beratung bei diesem Berater, bei dem Sie sitzen, Qualität haben oder nicht?

Sollte der Berater Ihnen sehr hohe Erfolgsaussichten versprechen, dann seien Sie zu recht stutzig. Kein Berater kann vorhersagen, ob Sie wieder zueinander finden werden. Und das wird kein seriöser Berater je machen. Ob Sie wieder zueinander finden ist Ihre Verantwortung. Der Berater hat nur die Aufgabe Ihnen zu helfen aufeinander zuzugehen, Missverständnisse aufzuzeigen, und tiefe Beweggründe mit Ihnen herauszuarbeiten. Doch die Entscheidung, was Sie daraus machen, und wie es weiter gehen wird, liegt in Ihrer Hand.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass es Paar-Beziehungen gibt, in denen einfach nichts mehr geht. Und trotzdem entscheiden diese Paare, wie es weiter gehen wird. Hoffnung gibt es immer, wenn beide Partner an sich arbeiten wollen und von sich aus kommen – ohne vom anderen mitgeschleppt worden zu sein.





„Haben Sie eine Ehe-Ausbildung abgeschlossen?“ – „…???…“

17 09 2008

Angenommen Sie wollen heiraten, sitzen vor dem Standesbeamten und er fragt Sie, ob Sie eine Ehe-Ausbildung abgeschlossen haben. Wie würden Sie diesen Beamten anschauen? Welche Gedanken tauchen in Ihrem Kopf auf? Eventuell fragen Sie sich noch, ob Sie nicht unfreiwillig in die Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ reingerutscht sind.

Diese Frage wird Ihnen niemand stellen. Und das wird auch nie geschehen. Vielleicht ist das ja gerade das Bemerkenswerte. Für alles im Leben braucht es einen Nachweis. Eine Ausbildung. Ein Studium. Einfach einen Nachweis, dass Sie eine Materie beherrschen – oder zumindest gelernt haben mit einer Materie umzugehen. Nur für die Ehe und für die Kindererziehung gilt das nicht.

Jede Frau kann Mutter werden. Aber nicht jede kann Kindergärtnerin oder gar Jugendreferent/-in werden. Nicht mal eine Mutter von fünf Kindern, die inzwischen einige Jahre „Berufserfahrung“ auf dem Buckel hat, darf den Beruf Kindergärtnerin ausüben.

„Nein, das geht wirklich nicht.“, hören wir dann als Antwort. „Die Leute müssen kompetent in Ihrer Sache sein. Wir können doch nicht einfach Ungelernte an Kinder ran lassen, die an ihnen irgendwas ausprobieren.“ Möglicherweise nicken Sie hier mit dem Kopf und stimmen der Ansicht zu. Ich schließe mich Ihnen hier auch an.

Mir geht es einfach um die Tatsache, dass ich mich darüber wundere, dass man es für selbstverständlich hält, zu wissen, wie man eine Ehe oder Partnerschaft führt. Die meisten, die merken, dass sie es doch nicht so genau wissen, sitzen häufig spät beim Eheberater. Oder beim Anwalt, der noch schnell in die Rolle des Mediators schlüpft. Dennoch gibt es zu viele, die es noch gar nicht mal bemerkt haben, dass sie es nicht wissen. Sie lassen sich scheiden und heiraten neu. Hinterher wundern sie sich, dass ähnliche Probleme wie in der ersten Ehe auftauchen.

Es ist das Geld wert, wenn Sie sich über eine „Weiterbildung“ zur Ehe-Führung / Paar-Führung machen. Das gleiche gilt auch für Familien, sich Gedanken zum Thema Familien-Management zu machen. Denn im schlimmsten Fall spart man nicht nur „Scheidungs-Kosten“. Schon im Vorfeld sparen Sie viel Geld – und vor allem Nerven. Heute weiß man, dass Menschen in glücklichen Beziehungen länger leben – und vor allem gesünder. Allein diese Paare und Familien sparen sich Geld für (unnötige) Medikamente oder andere Mittel, die von den Problemen ablenken sollen.





Kennen oder Können?

11 09 2008

„… und ganz wichtig ist die Kommunikation in der Beziehung. Sie gehört zur Basis der Beziehung. Mit ihr steht und fällt die Beziehung.“, erkläre ich gerade einem Paar, das in einer Krise steckt. „Sie haben eventuell schon mal was von Ich-Botschaft und ähnlichem gehört…“, fahre ich fort. Doch ich werde unsanft unterbrochen: „Ach, das klappt nicht. Ich kenne das vom Unternehmens-Coaching. Wenn ich das zu Hause anwende, wirft mir mein Mann vor egoistisch zu sein. Er höre nur noch „ich, ich, ich“ und meint, mit mir wäre kein vernünftiges Gespräch möglich.“, wehrt mir die Ehefrau. Natürlich werde ich hellhörig und hake nach.

Das, was sie im Unternehmens-Coaching (kennen) gelernt hatte, war alles richtig. Doch was war nun verkehrt? Ist das „Gerede“ um Kommunikation und Kommunikations-Seminare nur graue Theorie, die sich in der Praxis nicht bewährt? Das sind berechtigte Fragen, denen wir nachgehen sollen. Der Frau versuchte ich gar nicht erst mit Erklärungen vom Gegenteil zu überzeugen. Vielmehr bot ich – fast – eine Wette an. Ihr und ihrem Mann erklärte ich, dass wir sofort mit der Praxis anfangen werden, da ja die Theorie soweit verstanden war. Ich fügte nur hinzu, dass ich die Funktion des Moderators einnehme, und das Paar während dem Gespräch begleite.

Was nun folgte war Schwerst-Arbeit. Darauf war das Paar aber vorbereitet. In meinem Beisein trainierte(!) das Paar die erfolgreiche Kommunikation. Eine Art der Kommunikation, die durchaus besonders in gespannten Situationen und Konflikten ihre Kraft offenbart, aber auch entsprechend (unnötige) Spannungen und Auseinandersetzungen vorbeugt. In der Pause meinte die Ehefrau erstaunt: „Das funktioniert ja tatsächlich! Das sollten wir wirklich öfters machen.“ Sie schien nicht nur erleichtert, sondern regelrecht entspannt. So gelöst wie sie im Sessel saß. „Hätte ich vorhin mit Ihnen gewettet, würden Sie mir jetzt was schulden.“, neckte ich schelmisch.

Anschließend erklärte ich dem Paar, was ich jedem einzelnen immer wieder erkläre: Erfolgreiche Kommunikation lernt niemand mal schnell aus schlauen Büchern, oder aus einem Tages-Seminar. Erfolgreiche und durchschlagende Kommunikation müssen wir trainieren. Das ist die Antwort auf die Frage, weshalb die Anwendung vom Kommunikations-Seminar im Unternehmens-Coaching der Ehefrau in der Praxis nicht funktioniert hat. Das Wissen um die erfolgreiche Kommunikation schafft noch keine Kompetenz. Nur durch Training, das immer wiederkehrende Üben, werde ich kompetent.

Zu glauben, irgendwie wird das schon klappen oder irgendwie hat das schon immer geklappt, ist ein Trugschluss. Ein Trugschluss, der den meisten früher oder später das böse Erwachen beschert…Sei es, weil man sich arbeitsunfähig krankschreiben lassen muss und psychologische Betreuung braucht. Oder sei es, weil man seinen Arbeitsplatz verloren hat, oder auch weil man im Arbeitszimmer eines Anwalts sitzt.

  • Was also spricht dafür, es darauf ankommen zu lassen?
  • Und was hindert Sie, sich fit für erfolgreiche Kommunikation zu machen
    (und dabei gleichzeitig Konfliktfähig zu werden)?




Hochzeitvorbereitung? Klar! – Ehevorbereitung? Hä..?

5 09 2008

Perfekt vorbereitet und inszeniert geht der Mann vor seiner Angebeteten auf die Knie. Mit feuchten Augen und zittrigen Händen schaut sie auf ihn runter. Die Menge hält den Atem an. Es ist als hätte jemand die Zeit angehalten. Stille. Nur das Herzklopfen des Liebespaares ist noch zu hören. Der Mann braucht alle Kraft, um seinen Mund aufzubekommen.

Dann… die Worte… die Worte auf die sie insgeheim schon länger gewartet hat. „M-Moni… schon drei Jahre sind wir durch dick und dünn gegangen…“, er muss nochmal schlucken, um weiterreden zu können. „Jeder Tag hat mir auf´s Neue gezeigt, du bist meine beste Hälfte. Und Tage ohne dich haben mir gezeigt, dass mir was fehlt, wenn du nicht da bist. Darum…“, er hält inne. Der Menge stockt der Atem. Die Angebetete hält die Luft an, und hält sich an der Brust fest. Sekunden vergehen, es ist kaum auszuhalten. Dann endlich… „Darum frage ich dich: Willst du dein Leben lang an meiner Seite sein. Gemeinsam mit mir unseren Lebensweg beschreiten? Willst du… willst du meine Frau werden?“ Er schwitzt. Seine Gedanken rasen. Zwar ist er sich so sicher. Sie wird ja sagen. Trotzdem tauchen tausend Gedanken auf, sie könnte auch anders. Doch dann die Erlösung. Sie haucht ihm ein Ja zu. Die Menge tobt. Der Mann könnte vor Erleichterung einfach zusammenbrechen…

Doch dann geht es ruck-zuck. Die Vorbereitung der Hochzeit steht an. An tausend Dinge gleichzeitig muss gedacht werden. Wer wird eingeladen? Und wer nicht? Wo wird gefeiert? Das Brautkleid muss ausgesucht werden. Kosten werden überschlagen. Ein Fotograf muss gefunden werden.

Würde jetzt jemand die hektische Meute von Familie und Brautpaar fragen, was der Aufwand eigentlich soll, der kann froh sein nicht geteert und gefedert zu werden. Missbilligende Blicke, wenn nicht gar Killerblicke, sind ihm sicher. Und dann muss er sich darauf gefasst machen, sich den Vorwurf anzuhören, ob er denn noch ganz normal sei.

Dabei: So unsinnig ist diese „idiotische“ Frage gar nicht. Natürlich braucht es eine gute Vorbereitung für die Hochzeit. Es soll auch ein Tag der besten Erlebnisse und der besten Erinnerungen werden. Und doch… bedenkt man, was eine Hochzeit eigentlich ist und was daraus werden soll, dann ist es erschreckend, dass eigentlich gar nichts! vorbereitet wird – (nein, da hat sich kein Schreibfehler reingeschlichen :) ).

Bei der Hochzeitvorbereitung wird nur das Rahmenprogramm vorbereitet. Das Fest selber. Aber die Ehe selber wird nicht vorbereitet. „Ehevorbereitung? Na, wir sind schon so lange zusammen, wir wissen, dass es mit uns klappt.“, sind sich die meisten Brautpaare sicher. Nun, das haben 190 928 Paare auch geglaubt, als sie geheiratet haben und 2006 geschieden wurden (Quelle: destatis).

Bemerkenswert ist das schon: Für alles braucht es eine Ausbildung. Nur für die Ehe und für die Erziehung der Kinder braucht es keine Ausbildung. Da soll es plötzlich von alleine funktionieren. Bemerkenswert auch, wie viel Geld für die Hochzeitvorbereitung ausgegeben wird. Das Brautkleid kostet alleine ab 700,- € aufwärts. Ein guter Fotograf verschlingt schnell 300,- – 600,- €. Das sind alles Dinge, die einmal benutzt werden. Das Brautkleid staubt hinterher vor sich hin. Selbst wenn es wieder verkauft wird, das Geld, was es mal gekostet hat, bekommt man nicht wieder rein.

Zu einer Hochzeitvorbereitung gehört auch eine professionelle Ehevorbereitung. Das Paar lernt sich in der Ehevorbereitung nochmal richtig kennen. Sie lernen verstehen, warum und weshalb sie sich in den jeweiligen Situationen so oder so verhalten. Sie lernen effektiv miteinander zu kommunizieren. Und sie lernen sich richtig miteinander zu streiten. Von einem Pastor habe ich mal gehört, dass er ein heiratswilliges Paar wieder heimgeschickt hat, als er erfahren hat, dass sie sich noch nie gestritten hatten. Das ist extrem. Nicht unbedingt nachahmenswert, aber nachvollziehbar. Denn wer heiratet ist nicht am Hafen der Ehe angekommen, der legt gerade ab…








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